Das Cannabis-Gesetz in Deutschland steht möglicherweise vor größeren Veränderungen. Im Herbst 2025 soll eine offizielle Bewertung der Teillegalisierung stattfinden. Schon jetzt wird deutlich: Die CDU bereitet sich offenbar auf eine mögliche Rücknahme des Gesetzes vor.
CDU hält an ihrer Ablehnung fest
Bereits während der Koalitionsverhandlungen hatte die Union deutlich gemacht, dass sie das neue Gesetz ablehnt. CDU und CSU wollten die Teillegalisierung rückgängig machen. Durchsetzen konnten sie sich damit bisher nicht. Stattdessen wurde eine sogenannte Evaluation vereinbart. Dabei soll geprüft werden, welche Auswirkungen das Gesetz tatsächlich hat.
Streeck sieht Änderungsbedarf beim aktuellen Gesetz
Hendrik Streeck, CDU-Politiker und neuer Drogen- und Suchtbeauftragter der Bundesregierung, hält eine Überarbeitung des Gesetzes für sehr wahrscheinlich. In einem Interview mit dem Münchner Merkur erklärt er, dass viele Punkte im Gesetz aus seiner Sicht unlogisch sind.
Ein Beispiel nennt er direkt: Der Eigenanbau. Erlaubt sind bis zu drei Hanfpflanzen und 50 Gramm Besitz zu Hause. Doch laut Streeck kann schon eine Pflanze bei guter Pflege bis zu 350 Gramm Ertrag bringen. Was also soll mit dem Überschuss passieren? Entsorgen? Für ihn ist das ein Zeichen dafür, dass das Gesetz nicht durchdacht ist.
Kritik: Sorgen von Fachleuten wurden ignoriert
Streeck kritisiert auch, dass medizinische und gesellschaftliche Bedenken nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ärzte, Psychologen, Lehrer und Polizisten hätten gewarnt, doch ihre Stimmen seien in der politischen Debatte kaum beachtet worden.
Allerdings ist das nicht ganz korrekt. Im Gesundheitsausschuss des Bundestags wurden diese Stimmen durchaus gehört. Ob sie wirklich Einfluss auf die Gesetzgebung hatten, ist eine andere Frage.
Ärztliche Warnung: Besonders gefährlich für junge Menschen
Der CDU-Politiker spricht sich klar gegen Cannabiskonsum aus – vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene. Er betont, dass das menschliche Gehirn sich bis etwa zum 25. Lebensjahr entwickelt. Wer in dieser Zeit regelmäßig kifft, riskiert laut ihm langfristige Schäden, zum Beispiel bei der Lernfähigkeit oder Impulskontrolle.
Seine ärztliche Empfehlung ist eindeutig: Kein Cannabis – und wenn überhaupt, dann nicht in jungen Jahren.
Was kommt im Herbst?
Wie genau das Gesetz verändert werden könnte, lässt Streeck offen. Es gehe um Fragen wie: Hat sich das Konsumverhalten verändert? Gibt es mehr oder weniger Schwarzmarktaktivität? Wie entwickelt sich der medizinische Gebrauch?
Noch fehlen belastbare Daten. Aber klar ist: Die Diskussion ist in vollem Gange. Auf die Frage, ob das Cannabis-Gesetz ganz abgeschafft werden könnte, antwortet Streeck nur: „Ich schließe nichts aus.“


